Aus dem Leben – sind unsere Kinder verwöhnt und konsumgeil?


Unsere Kinder haben wirklich alles!
Schaut man in die Kinderzimmer, mangelt es eigentlich an nichts. Zumindest haben sie manches, wovon andere nur träumen, zumindest wovon ich als Kind träumte!
Und glaubt mir, ich war bestimmt nicht nicht verwöhnt 😉
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Sind unsere Kinder verwöhnt? Oft stelle ich mir diese Frage, denn sie haben wirklich viel – zu viel!
Vieles wird gar nicht genutzt oder nur mal kurz und steht dann oft unangetastet in der Ecke, obwohl es doch mal so ein Herzenswunsch war.
Natürlich sind wir da als Eltern mit schuld, es ist ja auch schwierig, man sieht all die schönen Sachen, gerade als Blogger lernt man so viel Neues, so viel Tolles kennen. Zu den Geburtstagen fragen Großeltern, Tanten, Onkel und Freunde, was sich das Kind denn wünscht.
Auch wenn wir mittlerweile Wünsche schon gezielt verteilen oder für eine Sache zusammenlegen und sonst lieber Bares auf die Konten der Kinder einzahlen, haben sie schrecklich viel!

Warum wünschen sie sich auch immer wieder was Neues? Sind sie denn gar nicht zufrieden?

Der neue Lebensstil geht ja zu Simplizität. Ob wir unsere Kleiderschränke ausmisten und lieber in ein paar qualitativ hochwertige, vielfältig kombinierbare Basics investieren oder ob die Möbel schlicht, hell und mit Mut zur Lücke arrangiert werden, wir streben nach “weniger ist mehr”!
Glaube Konsum ist schon was Feines, aber mittlerweile sind wir alle satt, überinspiriert und freuen uns wieder über die einfachen Dinge.

Um auf meine Frage zurückzukommen, sind unsere Kinder heutzutage konsumgeil?
Nein.
Warum nein?

Weil Spielsachen super sind, pädagogisch wertvoll sind sein können und einen über kalte, nasse Wintertage retten. Versteht mich nicht falsch, es gibt unglaublich tolle Spiele, ob es einfache Bauklötze sind, aus denen mit etwas Kreativität eine ganze Stadt gebaut wird, durch die dann Spielzeugautos fahren oder ob es Puzzles sind, Klassiker wie Memory oder Domino und Bücher! Denn Bücher kann man, meiner Meinung nach, gar nicht genug haben. Eigenständiges Lesen, Vorlesen, Kuscheln, sich in Geschichten verlieren – wundervoll!

Aber ich beobachte immer wieder, dass die Kinder fast nichts brauchen! Sie haben z.B. eine Spielküche mit allem drum und dran, aber sie sind so glücklich, wenn sie eine Schüssel und einen Schneebesen aus meiner Küche haben dürfen, auf einem Stuhl (als imaginäre Küche) damit kochen dürfen, vielleicht landen in dieser Schüssel ein paar Murmeln oder Legasteine, dann klingt es noch besser beim Rühren!
Mit Begeisterung helfen sie bei der Gartenarbeit, für uns lästige Dinge wie Unkraut jäten, für sie ein Heidenspaß! Da sind wir wieder bei: unser Alltag ist ihre Kindheit!
aus dem Leben
Und am glücklichsten erlebe ich meine Kinder draußen! Ein Loch im Gebüsch wird zum Haus, mit Stöcken kann ein Grundriss gelegt werden, mit Steinen wird gekocht, auf einmal wird das Haus zum Piratenschiff oder zum Prinzessinnenschloss!
aus dem Leben
Die Faszination, die eine kriechende Schnecke oder ein Marienkäfer auslöst, die Freude beim Springen durch Rapsfeld oder beim Pusteblumen-Sammeln – das sind so schöne Momente, die so viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen und die Kinder und vor allem mich einfach nur glücklich machen.
aus dem Leben
Schon oft habe ich erwähnt, dass es draußen kaum Streit gibt. Drinnen heisst es sofort “das ist meins”, “ich hatte das aber zuerst”, obwohl es doch so viel und vor allem genug für alle (drei) gibt. Aber da werden sofort Besitzansprüche geltend gemacht und das auch bei Dingen, die gerade überhaupt nicht genutzt wurden.
Was bin ich froh, dass nun die wärmere Zeit ansteht und wir viel raus können.
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Aber ich bin auch glücklich und dankbar, dass wir unseren Kindern so viel ermöglichen können, dass wir ihnen auch mit Spielsachen eine Freude machen können.

Aber sie dürfen durch ein zu reichhaltiges Angebot nicht überfordert werden. Daher ist auch das Ausmisten in den Kinderzimmern wichtig. Einige Tipps dazu hatte ich schon beim Aufräumen mit Kindern gegeben. Wir sortieren nun regelmäßig, was brauche ich nicht mehr? Wofür bin ich vielleicht schon zu alt? Man kann Sachen vererben, dem Kindergarten spenden oder auf dem Flohmarkt verkaufen. Man muss sich aber nicht gleich komplett trennen, Spielsachen austauschen, das ist auch was Feines. Immer mal wieder eine Kiste packen mit Sachen, die gerade nicht genutzt werden, auf den Speicher damit und vielleicht nach einem Monat austauschen, so wird vieles wirklich wieder interessant.

Den Kindern Raum zum Freispiel geben, ob mit der Tupperschüssel oder draußen mit Stöchen und Steinen, auch Bausteine, ein Kaufladen sind toll, wenn die Kinder sich dort einfach in ihrer Kreativität ausleben können.
Am liebsten haben sie es hier natürlich, wenn ich mitspiele, das mache ich auch, aber Kinder müssen auch lernen sich mal alleine zu beschäftigen, weil die Mutter noch was arbeiten muss, die Wäsche zusammenlegen muss oder einfach – ja, ich spreche es jetzt aus – auch mal keine Lust hat Holzbananen und Holzfischstäbchen einzukaufen!

Es ist schön die Kinderaugen strahlen zu sehen, wenn sie z.B. am Geburtstag ein Geschenk auspacken und das Stück sehen, was sich so gewünscht hatten. Aber es schadet auch nicht, wenn man keine Ritterburg unterm Weihnachtsbaum vorgefunden hat, diese aus Legos oder Klopapierrollen selbst zu bauen und das Spiel, was am Ende daraus entsteht, ist mindestens genauso toll!!

Unsere Kinder sind also heutzutage vielleicht von uns Erwachsenen verwöhnt, aber sie sind keinesfalls konsumgeil. Es ist schön, wenn sie Spielsachen haben, aber zum eigentlichen Spielen brauchen sie diese nicht wirklich, denn Decken über dem Couchtisch sind die weltbeste Höhle, ein riesiger Pappkarton das schnellste Flugzeug und bemalte, ziemlich gleich große Steine das schönste Memory!!

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