Familie – den Alltag entschleunigen // mehr Achtsamkeit


den Alltag entschleunigen

Als ich mich nach den Weihnachtsferien aus der Blogpause zurückmeldete und so kurz über Neujahrsvorsätze sinniert hatte, erzählte ich ja, dass mein einer Vorsatz einfach Entschleunigung lautet. Den Alltag entschleunigen, mit den Kindern achtsamer und geduldiger umgehen und so einfach alles etwas entspannter angehen lassen.
Aber wie läuft´s bisher? Lässt sich ein eingefahrener Alltag umkrempeln?

was bisher geschah

Nein, ein eingefahrener Alltag lässt sich nicht so leicht umkrempeln. Das ist verdammt harte Arbeit und irgendwie hatte ich mir das alles einfacher vorgestellt. Sind Strukturen mal festgefahren, ist es schon schwer diese zu durchbrechen.
Aber ich will ja auch gar nicht alles ändern. Letztendlich mag ich ja nur etwas mehr Familienzeit haben, alles etwas langsamer angehen lassen. Anders ausgedrückt, so ein bisschen Ferienstimmung in den Alltagstrott bringen!

weniger Termine

Hier hatte ich ja schon einen Ansatz beschrieben: die Terminflut reduzieren. Mehr freie Zeitpuffer einplanen! So mehr Platz für Unvorhersehbares schaffen und einfach mal unverplante Zeit unverplant lassen. Mal “Nein” zu Aufgaben zu sagen, wenn ich schon bei der Zusage Unbehagen verspüre, weil ich eigentlich weiß, das gibt Stress!

Natur pur

Was hier immer alle und alles entschleunigt ist die Natur! Rausgehen! Klingt doof, aber es erdet mich. Es holt mich runter. Und schon kann ich entspannter auf die Kids zugehen und viel mehr auf sie eingehen.

Eigentlich gehen die Drei gerne raus. Naja, eigentlich hat ja meist ein “Aber” zur Folge… Jap!
Manchmal muss man sie etwas “überreden”, da ist das Legobauen gerade so spannend, dass hier einer am liebsten den Stubenhocker machen würde. Aber spätestens gegen Abend wird dann so aufgedreht, dass hier nichts mehr entspannt ist.
Nur etwas “spazieren gehen” ist halt langweilig. Also gibt es kleinere Runden auch mit diversen Fahrzeugen und ansonsten hilft hier ungemein, wenn wir en Ziel haben. Los, wir laufen zum Hochsitz/zum See/zum Baumhaus und machen Picknick. Lasst uns Stöcke/Steine/Blätter zum Basteln sammeln. Auf geht´s, wir spielen unterwegs was, z.B. Naturbingo.

Und sind sie dann erst mal unterwegs, will keiner mehr heim!

Hilfe annehmen/einfordern

Man muss auch nicht alles alleine schaffen, Hilfe annehmen oder darum bitten, entschleunigt auch so manches. Nicht mit drei Kindern, die vielleicht schon müde sind, einkaufen gehen, sondern sie kurz bei der Oma lassen und den Wocheneinkauf in einer Stunde zügig, aber letztendlich in Ruhe, alleine erledigen. Erspart einen garantiert Situationen, ob man ein Auto-Einkaufswagen nutzt (was mal Drei gar nicht möglich ist, aber letztendlich erforderlich wäre) oder das verdammte Ü-Ei an der Kasse kauft!

immer ein Schritt schneller

Den Kindern einen Schritt voraus sein, hilft mir ungemein. So weiß ich z.B. dass die Kleinste nach dem Kindergarten einfach fertig ist, müde und knatschig. Also versuche ich da so schnell wie möglich ein Essen zu kredenzen und sie dann – wenn vielleicht auch mit Protest – schnell hinzulegen. Kleinigkeiten, wie das Essen rechtzeitig zu machen, damit es erst gar nicht so viel Gemecker gibt, weil vielleicht einfach die Müdigkeit zu groß ist. Oder auch den beiden Großen nach Kindergarten und Schule etwas ruhige Zeit für sich zugestehen. Sich einfach bewusst machen, dass sie auch schon einen harten Tag hinter sich haben, sich beugen mussten, teilen mussten, gehorsam sein mussten, was auch immer. Manchmal schicke ich sie einfach aufs Trampolin. Wirkt Wunder.

an sich denken

Und – ganz wichtig – achtsam zu mir selbst sein. Dann kann ich auch achtsam mit meinen Kindern umgehen. So habe ich jetzt ein, zwei mal getestet, wie es ist, wenn ich offen sage: “Mama hat schon viel gearbeitet und braucht gerade mal eine Pause. Alleine. Ich setze mich jetzt kurz hin und möchte ungestört meinen Kaffee trinken. Beschäftigt Euch mal kurz selbst.”
Ob wir ein Spiel draus machten, wer es am längsten schafft nicht “Maaaamaaa” zu rufen oder ob ich sie einfach sich selbst im Garten oder in ihren Zimmer überlasse. Ich sitze da ja keine Stunden. Aber es klappt. Es klappt erstaunlich gut. Sie helfen sich da sogar gegenseitig. Es kam schon vor, dass sie sich erst mal langweilten. Aber wisst Ihr was? Lasst die Kinder sich mal langweilen, oft entstehen überraschend tolle Sachen/Spiele daraus. Und nach einer “Mamapause” von zwanzig Minuten oder wieviel auch immer, kann ich auch wieder ganz anders an den Alltag heran gehen!
Freunde treffen, Freunde einladen – auch mit Kindern – tut gut. Nach ein, zwei Lachern mit der Freundin, lässt sich auch alles leichter wuppen! Wir sind auch schon mit Freunden und deren Kindern Essen gegangen, total entspannt zwar wuselig und laut, aber die Kinder hatten sich und wir hatten uns!

Fazit

Wie so oft im Leben, sind es die kleinen Dinge, die Großes bewirken!
Unser Alltag ist immer noch vollgestopft mit Terminen, jeder der Fünf hier hat ja so die ein oder andere “Verpflichtung”. Aber diese bewusst zu terminieren und auch mal ganz unverplante Nachmittage in den Kalender einzutragen, hilft schon den Stress ein klitzekleines bisschen zu minimieren.

Die Kinder raus locken, freie Zeit in der Natur verbringen, für mich das Entschleunigungsmittel Nummer 1.

Den Tag trotzdem noch nach den Grundbedürfnissen der Kinder richten, Hunger, Müdigkeit und erforderliche eigene Zeit nach Schule/Kindergarten im Hinterkopf haben.

Und wie schon öfters erwähnt, die kleinen Insel für sich selbst schaffen, ruhig auch mit Ich-Botschaft den Kindern vermitteln, sie verstehen das erstaunlich gut.

Unsere heutige Zeit ist hektisch und schnelllebig, ich hoffe sehr, dass es mir noch besser gelingt oder immer besser, unser Familienleben manchmal langsamer angehen zu lassen.
Eure Bea

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