Kids – Aufräumen mit Kindern // Gastbeitrag Rosanisiert


Hallo Ihr Lieben,
sicher habt Ihr meinen Artikel über das Aufräumen mit Kindern gelesen, heute habe ich dazu quasi eine Expertin zu Gast auf meinem Blog! Anita von Rosanisiert bloggt über Ordnung, Putzen und Glamour für Unordentliche! Los geht´s!

Endlich Ordnung im Kinderzimmer – Aufräumen mit Kindern im Realitätscheck

Kinder sind für mich die beste Ausrede, warum es bei uns zuhause unordentlich ist. Immer wenn ich erzähle, dass mir Aufräumen schwer fällt und ich jetzt einen Blog über Aufräumen, Putzen und Glamour für Anonyme Chaoten schreibe, bekomme ich von meinem Gegenüber viel Zuspruch. Häufig wird betroffen genickt und es fallen Sätze wie: „Ja, drei Kinder. Das ist wirklich SEHR VIEL Arbeit.“ Ich lächle dann immer bescheiden und antworte: „Ja, die Kinder! Die machen wirklich NUR Unordnung. Ohne Kinder wäre die Hausarbeit für mich gar kein Problem. Ich würde mich über spontanen Besuch sogar freuen!“ Meistens füge ich noch vielwissend den Satz hinzu „Ihr wisst ja, Aufräumen mit Kindern ist wie Zähneputzen, während man ein Nutellabrot isst.“

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ernte ich einen strengen und etwas amüsierten Blick von meinem Mann Prof. M..

Ok, vielleicht habe ich etwas übertrieben und hatte auch schon vor den Kindern ein klitzekleines Unordnungsproblemchen. Aber so wie Prof. M. es formuliert und behauptet, „Chaot bleibt Chaot – an dem Zustand unserer Wohnung hat sich nach den Kindern eigentlich nichts Wesentliches geändert.“ Das ist ja wirklich überhaupt nicht richtig. Als ob ich je irgendetwas herumliegen lassen würde. Ich weiß wirklich nicht, wovon er spricht.

Deshalb liegt es mir auch am Herzen, dass die Kinder lernen, ihre Dinge selbst ordentlich zu halten. Ich glaube, sie kommen in der Beziehung eher nach Prof. M. und können von meinen Ordnungsprinzipien noch einiges lernen.

Ich habe schon die verschiedensten Strategien getestet, um die Kinder zu mehr Ordnung anzuhalten und zeige euch heute, was am besten funktioniert.

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1.) Der antiautoritäre Ansatz:

Als erstes habe ich den antiautoritären Ansatz ausprobiert, bei dem Kinder ihr Zimmer nur dann aufräumen, wenn sie sich von der Unordnung gestört fühlen. Denn wie schon Pippi Langstrumpf – das Paradebeispiel der antiautoritären Erziehung – zu sagen pflegte: „Hätte ich gestern nicht aufgeräumt, müsste ich heute nicht suchen.“ Ziel ist es, den Kindern in ihrer Entwicklung die größtmögliche Freiheit zu bieten und sie zu selbstbestimmten Erwachsenen zu erziehen.

Ist das nicht genial?! Man braucht nur eine entspannte Einstellung zum Chaos und nach einiger Zeit sieht das Zimmer immer aufgeräumt aus, weil die Kinder aus einer inneren Motivation heraus aufräumen. Und später werden sie total selbstbestimmt und sind dankbar, dass sie so viele Freiheiten hatten!

Leider haben unsere Kinder dieses Konzept nicht so ganz für sich adaptieren wollen. Anstatt aufzuräumen, als sie sich von der Unordnung gestört fühlten, sind sie einfach auf andere Bereiche der Wohnung ausgewichen und haben dort weitergespielt. Prof. M. meinte dazu nur: „Wenn es so weiter geht, gibt es in unserer Wohnung nicht mehr Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad und Kinderzimmer, sondern Kinderzimmer, Kinderzimmer, Kinderzimmer, Kinderzimmer und Kinderzimmer.“ Also echt mal. Prof. M. hat wirklich keinen Sinn für neue Erziehungskonzepte.

2.) Belohnung: Sweets for my sweets

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Die nächste Strategie, die ich getestet habe, war gewünschtes Verhalten (also Aufräumen) zu belohnen und unerwünschtes Verhalten (also Unordnung) zu bestrafen. Dafür habe ich mir wirklich die verschiedensten Systeme ausgedacht. Das erste System war eine Liste mit Ordnungspunkten, bei der die Kinder für Aufräumen Punkte sammeln konnten. Nach fünf gesammelten Punkten konnten sie sich eine Süßigkeit verdienen.

Um das Ganze noch etwas effektiver zu gestalten gab es außerdem die Regel, dass sie nur Sandmännchen gucken dürfen, wenn das Zimmer aufgeräumt ist.

Ist das nicht ein tolles System? Schließlich weiß jeder – Kinder brauchen klare Regeln und konsequentes Verhalten der Eltern. Total einfach. Ab jetzt wird bei uns kein einziges Spielzeug mehr rumliegen – denn WENN jemand konsequent ist, dann ja wohl ich!

Allerdings habe ich schnell feststellen müssen, dass man sich wirklich SEHR gut überlegen sollte, welche Belohnungen man sich überlegt. Bei uns lief es meistens so ab: Holly räumte fleißig das Zimmer auf, sammelte Pluspunkte und wollte dann gerne die versprochene Süßigkeit haben und Sandmännchen gucken gehen. Willi hingegen lag etwas träge und motzend auf dem Boden und beschwerte sich die ganze Zeit darüber, dass Aufräumen für ihn viel zu anstrengend sei und Malchen räumte alles wieder aus, was Holly eingeräumt hatte.

Erkennt ihr mein Dilemma? Genau, nach meinen glasklaren Regeln hätte eigentlich nur Holly Süßigkeiten bekommen und Fernsehgucken dürfen. Stattdessen stand ich nun mit drei heulenden Kindern da, die sich alle TOTAL ungerecht behandelt fühlten.

3.) Das spielzeugfreie Kinderzimmer:

Es gibt einen tollen Blog der darüber schreibt, wie es ist, ein Kinderzimmer ohne Spielzeug zu haben (https://spielzeugfreies-kinderzimmer.de) und auch auf dem Blog Living Well Spending Less (http://www.livingwellspendingless.com/2012/09/14/why-i-took-all-my-kids-toys-away-why-they-wont-get-them-back/) habe ich einen Artikel darüber gefunden. Diese Eltern haben einfach alle Spielzeuge der Kinder verschenkt (oder gar nicht erst angeschafft) und sind von der Idee total begeistert.

Ich meine, wie toll ist das denn? Man hat einfach nichts mehr, was rumliegen kann und schon herrscht immer Ordnung und die Kinder suchen sich neue kreative Spielideen! Man fördert also ihre Kreativität, braucht kein Geld mehr für Spielsachen ausgeben (das kann man z.B. sinnvoller in ein neues Outfit investieren) und hat eine ordentliche Wohnung – genial!

Als ich diesen Vorschlag der Familie beim Abendessen unterbreitete, erntete ich von den Kindern entsetzte Blicke, gefolgt von herzzerreißendem Geschrei und von Prof. M. ein amüsiertes Grinsen. Hier also mein Tipp an euch: Falls ihr euch für das spielzeugfreie Kinderzimmer entscheidet, bringt es den Kindern etwas schonender bei.

4.) Teamarbeit: Einer für alle, alle für einen

Letztens hatte ich den guten Einfall, um den Zusammenhalt in der Familie zu stärken. Ich habe mir überlegt, dass ich den Kindern ja immer beim Aufräumen helfen könnte und sie mir umgekehrt auch beim Haushalt unter die Arme greifen könnten. So lernen sie gleich für alle Aufgaben im Haushalt Verantwortung zu übernehmen.

Ich hatte die tolle Vorstellung, dass ich einfach ein paar Legosteine in die Kiste werfe und die Kinder dafür mal kurz die Wohnung durchsaugen oder die Spülmaschine ausräumen, während ich ein kleines Kaffeepäuschen mache. Und tatsächlich stieß diese Idee, Drei-Musketiere zu spielen auf große Zustimmung.

Willi holte sofort den Staubsauger aus der Ecke, setzte sich drauf und rief: „Komm Mama, fahr los! Ich helfe dir!“ so ruckelte ich also mit dem doppelt schwere Staubsauger durch die Wohnung und als es dann endlich daran ging das Kinderzimmer aufzuräumen, wollte Willi leider keine Drei-Musketiere mehr spielen. „Jetzt bin ich lieber Star Wars.“ Na gut – Möge die Macht mit dir sein.
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6.) Ooohhm. Bleib locker, Mama

Meine Yogalehrerin sagt immer: „Lebe völlig entspannt im Hier und Jetzt. Hier im Moment zählt nur der jetzige Augenblick – die Vergangenheit ist nicht wichtig und die Zukunft ist nicht wichtig. Atme ein und Atme aus. Und sage dabei immer: „So Ham – Ich bin.““

Versinken wir mal wieder im Spielzeugchaos, ist es durchaus hilfreich, sich für einen kurzen Moment in die Meditationspose zu setzen und eine paar „So Hams“ zu chanten. Öffnet man dann mit einem weichen entspannten Blick die Augen, sieht das Chaos schon nur noch halb so schlimm aus. Prof. M. meint, es liegt daran, dass ich meine Brille beim Yoga absetze, ich vermute es kommt von meiner neuen inneren Gelassenheit.

Deshalb hier noch ein paar Tipps, die bei uns manchmal funktionieren:

1.) Spielsachen gut verpacken: Ich versuche, vor allem kleinteilige Spielsachen etwas umständlich in Kisten zu verstauen, sodass sie die Kinder nicht einfach so nebenher rausreißen können. Beispielsweise habe ich alles aus unserem Kaufmannsladen in eine große Kiste gepackt und sie weiter oben ins Regal gestellt. Wollen sie damit wirklich spielen, hole ich sie runter, ansonsten kommen sie nicht so gut dran. Der Vorteil: Die vielen kleinen Teile, die sonst täglich überall im Zimmer verteilt wurden, fliegen nicht mehr so oft rum.

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2.) Kleinere konkrete Aufgaben: Für Kinder ist die Bitte „Räum dein Zimmer auf“ zu abstrakt. Besser ist es, ihnen eine konkrete Aufgabe zu geben, wie z.B. „Such alle Bücher zusammen, die herumliegen und räume sie in das Regal.“

3.) Spielerisches Aufräumen: Wir machen manchmal ein Wettaufräumen, wer am schnellsten die meisten Sachen richtig wegräumt, hat gewonnen. Kleiner Tipp: Ich lasse die Kinder meistens alle zusammen gegen mich antreten. So kann man etwas Streit vermeiden.

4.) Kleinere Belohnungen: Auch das 10er-Spiel ist bei den Kindern beliebt und führt ab und zu dazu, dass sie das Zimmer aufräumen. Bei dem 10er Spiel muss man zehn Dinge wegräumen (egal was) und bekommt dafür ein Gummibärchen.

5.) Reduzieren: Zu jedem Geburtstag und an Weihnachten versuchen Prof. M. und ich alle Verwandten und Freunde davon abzuhalten, neue Spielzeuge für die Kinder zu kaufen, besonders Dinge, die nicht mit uns abgesprochen wurden. Denn auch wenn ein spielzeugfreies Kinderzimmer für uns nicht funktioniert, ist es eine große Erleichterung regelmäßig auszusortieren und die Neuanschaffungen in Grenzen zu halten.

6.) Entspannung: Oft zur Meditation, Yoga und Massage gehen, um ganz gelassen zu bleiben und manchmal die Brille absetzen.

Wie ist das bei euch? Versinkt euer Kinderzimmer auch manchmal im Chaos?

Falls ihr noch mehr Tipps über Ordnung, Putzen und Glamour für Unordentliche braucht, freue ich mich über einen Besuch auf meinem Blog Rosanisiert.
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Fotocredit: Rosanisiert.de

2 Kommentare

  1. Also bei meinem Kleinen sieht‘s auch oft aus als ob wir eine Putzfrau einstellen müssten, aber ich hab mir angewöhnt mit ihm zusammen aufzuräumen und dabei auf etwas zu freuen. Erst aufräumen und dann geht es raus oder sowas. Das klappt bei uns einwandfrei. 😉

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