Familie – Mutter-Kind-Kur // meine persönlichen Erfahrungen


Heute möchte ich Euch erzählen, warum es in den letzten Wochen so ruhig war und ich persönlich hier und auf den Social Media Kanälen etwas abgetaucht war!
Ds hatte einen Grund und war bewusst getan. Es sollte eine Pause werden. Eine Pause für die Kinder. Vor allem eine Pause für mich. So suchte ich Gastbeiträge für Euch aus, die die Lücke hier füllen. Der Blog sollte ruhen, da ich mich einfach voll und ganz auf das Wesentliche besinnen wollte: meine Familie!
Und das hat auch bestens funktioniert! Es war eine ganz wundervolle Zeit, in der ich viel über mich, über die Kinder und – so floskelhaft wie es klingen mag – über das Leben gelernt habe!

Zusammen mit allen drei Kindern war ich in Kur! Noch nie hatte ich eine Mutter-Kind-Kur gemacht und hatte vor der Abreise auch unheimlich Angst davor. Angst davor, wie es werden würde, Angst davor, wie es den Kindern gehen wird, Angst davor, wie sie die (fremde) Betreuung meistern werden, Angst davor, wie ich die anderen Müttern finden würde, Angst davor, dass es mir nicht gefallen könnte… Ganz komisch! Denn ich selbst hatte die Kur angestrebt.

Im Freundes- und Bekanntenkreis kamen unterschiedliche Reaktionen im Vorfeld. Einige dachten wohl sofort “die hat Burn Out!” oder “drei Kinder bekommen und dann überfordert sein”, andere wiederum dachten wohl “ach ja, die macht mal drei Wochen Urlaub, auch nett!”

Die Kur wollte ich machen, da ich das Gefühl hatte, in einem Hamsterrad zu stecken, das ich selbst gerade nicht recht anhalten kann. So hatte ich öfters Migräneanfälle, zunehmende Rückenschmerzen und im Alltag nahm die Ungeduld (auch den Kindern gegenüber) immer mehr zu, während der Geduldsfaden immer kürzer wurde. Oft war ich schlecht gelaunt, es wurde immer mehr, was im Alltag “on top” kam. Ich suchte nach kleinen Stellschrauben, um etwas mehr zu Ruhe zu finden.
Kein Burn Out, keine gravierenden Krankheiten, kein Urlaub!
Quasi eher eine Präventionsmaßnahme, das Hamsterrad anhalten können und fernab vom Alltag die Kinder voll und ganz genießen zu können! Meinen Perfektionismus und teilweise meinen Kontrollwahn mal ablegen zu können.

Mutter-Kind-Kur

Glücklicherweise kam ich in der Kur an und hatte keine Sekunde das Gefühl, dass ich es ganz schrecklich finde und heim möchte. Im Gegenteil, ich hatte eine ganz tolle Gruppe, lernte unglaublich tolle Frauen kennen. Jede hatte ein Päckchen, ein kleineres oder ein größeres, zu tragen, ob mit gesundem, kranken, beeinträchtigtem oder behinderten Kind. Aber unglaublich faszinierende Persönlichkeiten und wir konnten uns gegenseitig so toll unterstützen und lernten viel voneinander.

Es hat eine Woche gedauert, bis ich mich fallen lassen konnte, bis ich Entspannungsangebote wie Meditation oder Qi Gong annehmen konnte. Dann klappte es erstaunlich gut. Kein Handy, kaum Nachrichten, kein Alltag. Zeit!
Zeit für sich selbst! Man sollte aber allen Kursen gegenüber offen sein, den Mut haben auch mal andere, bislang unbekannte Wege zu gehen!

Unheimlich gut getan hat das umfangreiche Sportprogramm! Die Tagen waren voll und verflogen die ersten zwei Wochen förmlich. Von Walking, Step Aerobic, Gerätetraining, Bauch-Beine-Po-Kursen bis hin zu Yoga und Pilates war alles dabei. Den Körper mal wieder zu fordern und so bewusst zu spüren, war herrlich! Auch wenn ich nach Woche 1 einen üblen Muskelkater hatte. Sport tut nicht nur der Figur gut, es macht den Kopf frei, die Gedanken kommen und gehen aber auch.
Auf jeden Fall wird jetzt wieder mehr Sport im Alltag integriert, ein großer Schritt, um dem Hamsterrad zu entfliehen.
Und Yoga machte ich schon immer gern, nun hat sich da eine kleine Leidenschaft entwickelt.

Wer es wissen möchte, ich war in der Saarwaldklinik. Hiermit möchte ich keine Klinikbewertungen abgeben oder die Klinik irgendwie beschreiben.
Der Wald war traumhaft. Wir sind hier zu Hause ja umringt von Weinbergen, aber der Wald strahlte so viel Ruhe aus, spendete Schatten an heißen Sonnentagen und mit einem wunderschönen Weiher hatten wir einen fantastischen Rückzugsort und Abenteuer- und Entdeckungsmöglichkeiten für die Kinder.

MutterKind-Kur

Die Physiotherapie erbrachte wahre Wunder, seit Kurbeginn und auch jetzt zu Hause hatte ich nicht einmal Kopfschmerzen und auch meine Rückenproblematik verbesserte sich extrem.

Aus jedem Angebot, ob aus den Sportkursen, den Entspannungsangeboten, den Gesprächsrunden oder auch der Krankengymnastik, konnte ich immer etwas für mich mitnehmen.

Und wie ich es mir erhofft hatte, ich möchte keine Rundumerneuerung in meinem Leben, ich habe nach kleinen Stellschrauben gesucht, um ruhiger zu werden und habe diese gefunden.
Nun liegt es allein an mir, diese in meinen Alltag einzubauen.
Die Kurerfahrungen habe ich bewusst reflektiert und viele Ansatzpunkte gefunden, die ich für mich ganz persönlich nutzen kann.
Als sehr organisierter und strukturierter Mensch hatte ich schon ein sehr gutes Zeitmanagement. Aber manchmal zu straff, ohne Pausen und ohne Puffer für Unvorhersehbares. Nicht mal für was Schlimmes, sondern z.B. einfach für erhöhtes Verkehrsaufkommen o.ä. Den Kaffee mal nicht eben beim Zubereiten der Brotdosen schlürfen, sondern lieber (auch wenn der Kampf mit dem Wecker noch so hart ist) etwas früher aufstehen, wenige Minuten, dafür in Ruhe einen Kaffee trinken und vielleicht einfach mal dabei aus den Fenster schauen und nicht die Mails via Handy checken.
Sport und Entspannung, somit Zeiten nur für mich, einbauen.
Mal “nein” sagen, weniger Termine oder Aufgaben annehmen.

Aber auch die Kinder so annehmen, wie sie sind. Ihnen etwas mehr Freiraum und auch das Übernehmen von Verantwortung (eigener Entscheidungen) zugestehen. Denn ich habe gelernt, dass das Verhalten der Kinder meist nur meins spiegelt, auch habe ich gelernt, dass ich nicht (immer) bei Geschwisterrivalitäten oder -streiterein eingreifen muss.

Mutter-Kind-Kur

Es gab so viele Aha-Erlebnisse, sogar dem Ursprung meiner Migräneattacken konnte ich auf den Grund gehen.

Neben gesteigerter Fitness, einem verbesserten Gesundheitszustand (keine Migräne, Rückenproblematik deutlich verbessert) und einem freien, klaren Kopf (Ausblenden jeglicher Alltagssorgen), kam ich wirklich entspannt nach Hause und fühle mich auch jetzt noch manchmal im “Kurmodus”!

Die letzten fünf Kurtage kam schon ein bisschen viel Heimweh auf. Drei Wochen sind schon eine lange Zeit, aber eigentlich ist es doch ein schönes Gefühl, wenn man sich einfach nur noch auf zu Hause freut und schätzt, was man doch alles hat und wie glücklich und zufrieden man doch mit seinem Leben ist!

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Fazit: die drei Wochen Kur waren eine rundum positive Erfahrung, die ich keinesfalls missen möchte. Viel konnte ich lernen oder erfahren, ob über mich selbst, über meinen Körper oder das Verhältnis zu meinen Kindern. Ich durfte tolle Menschen kennenlernen, die ich hoffentlich auch wiedersehen werde, die mir aber definitiv in positiver Erinnerung bleiben werden! Auch den Kindern hat es gefallen, sie haben schnell Spielkameraden gefunden und hatten eine schöne Zeit (natürlich war nicht immer alles Friede, Freude, Heiterkeit, aber im Großen und Ganzen sind auch sie, wenn auch nur als Begleitkinder, an dieser Erfahrung gewachsen). Und definitiv hat diese intensive Zeit uns doch alle noch ein bisschen näher zusammengebracht!

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